Die Partnerstadt

Karte der Ukraine / Donezk

Die Gesellschaft Bochum-Donezk e.V. wurde im März 1987 noch vor der offiziellen Unterzeichnung des Partnerschaftsvertrages zwischen den Oberbürgermeistern der Städte Bochum und Donezk gegründet. Donezk, eine Bergbau- und Stahlstadt, hatte ca. 1,1 Mill. Einwohner und liegt im Süd-Osten der Ukraine, ca. 3000 km von Bochum entfernt.

Die Stadt wurde 2014 von Separatisten besetzt und bildet seitdem die – von anderen Staaten nicht anerkannte – Donezker Volksrepublik (DNR), die von zwei Grenzlinien umgeben ist (DNR und Ukraine). Die genaue Einwohnerzahl ist derzeit nicht bekannt, da viele Bewohner geflüchtet sind, von denen aber ein Teil auch wieder in die eigenen Wohnungen zurückgekehrt ist.

Weitere Informationen zur derzeitigen Situation in Donezk und Umgebung können Sie in der Sonderausgabe der Mitteilungen vom Sommer 2018 nachlesen oder sehr beeindruckend auch im Film "Bochum-Donezk" - Eine Städtepartnerschaft in schwierigen Zeiten (es wird zu Facebook verlinkt)  erhalten.

 

Die Aufgaben und Projekte der Gesellschaft Bochum-Donezk e.V.

Die ursprüngliche Hauptaufgabe, möglichst viele Besuche auf Bürgerebene zu organisieren, haben wir bis 2013 erfolgreich durchgeführt. 2018 hat eine Gruppe aus Bochum den Donbass, die Region um Donezk, besucht, um sich über die aktuelle Situation der Flüchtlinge und deren Bedarf zu informieren.

Anfang der 1990er Jahre veränderte sich die politische Situation - die Ukraine wurde selbständig. Eine Folge davon war die Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage, die sich in Donezk u.a. in der Schließung zahlreicher Zechen und damit verbundener Industriebetriebe zeigte, was zu einer hohen Zahl Arbeitsloser führte. Da es kaum soziale Absicherung für die Bevölkerung gibt, stieg die Anzahl der Bedürftigen und Kranken, was im Laufe der Jahre dazu führte, dass die Gesellschaft Bochum - Donezk e.V. andere Aufgaben in den Vordergrund stellte: 

  • die humanitäre Hilfe für bedürftige Familien, Waisenkinder und alte Menschen - insbesondere auch ehemalige Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter - durch Kleidersammlungen und "Essen auf Rädern"
  • die "Hilfe für leukämiekranke Kinder"
  • das Projekt "Sonnenstadt", bei dem versucht wird, alleinstehende, minderjährige Mütter und ihre Babys zu versorgen und ihnen zu helfen, wieder eine Wohnung und einen Arbeitsplatz zu bekommen und sich somit langfristig wieder in die Gesellschaft zu integrieren
  • das Projekt „Essen auf Rädern“, bei dem mehrmals in der Woche warmes Mittagessen an bedürftige ältere Menschen in den Randgebieten der Stadt verteilt wird
  • die Unterstützung ehemaliger Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter

Die zahlreichen Hilferufe, aber besonders auch die Dankschreiben, die wir auch nach so vielen Jahren bekommen, zeigen uns, dass wir mit unserer Hilfe immer noch bittere Not lindern – gerade auch nach Ausbruch der Kriegshandlungen im Jahr 2014.

 

 

Der Vorstand und die Mitglieder

Um alle Aufgaben erfüllen zu können, sind natürlich viele Helfer nötig. Diese sind im Vorstand zu finden, der monatlich zu Vorstandssitzungen zusammenkommt. Aber auch unter den rund 170 Mitgliedern gibt es zahlreiche aktive, die bei den verschiedenen Projekten und Aktionen tätig sind – besonders zu erwähnen sind die Helfer an der Sammelstelle, die humanitäre Hilfe annehmen und verpacken.

Die Zahl der Mitglieder sowie die Höhe der Spenden sind allerdings in den letzten Jahren zurückgegangen, so dass wir uns über jeden Interessenten freuen, der uns unterstützen möchte.

Der aktuelle Vorstand setzt sich zusammen aus: Waltraud Jachnow (Ehrenvorsitzende), Jutta Kreutz, Monika Grawe, Margrit Mizgalski (Vorsitzende + Stellv.), Markus Becker + Astrid Busch (Schatzmeister + Stellv.), Jagoda Josch + Wolfgang Meier (Schriftführerin + Stellv.), Claus Pasel, Ivan Stukert, Sabine van den Bosch, Nastasja Voltov (Beisitzer*innen)

Auszeichnung als Europaaktive Zivilgesellschaft

Am 5. November 2018 wurde der Gesellschaft Bochum-Donezk e.V. durch die Landesregierung NRW die unbefristet geltende Auszeichnung "Europaaktive Zivilgesellschaft" verliehen.

Der Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten sowie Internationales des Landes NRW schreibt: „Ihr Verein engagiert sich für ein bürgernahes, lebendiges und zukunftsfähiges Europa. Mit Ihrem Projekt 'Die Welt ist aber dem Menschen für die Liebe gegeben und nicht fürs Blutvergießen' haben Sie beispielgebendes Engagement für Europa gezeigt. Ich freue mich, dass die europäische Idee durch Sie vor Ort in vorbildlicher Weise umgesetzt und gelebt wird. Sie tragen damit in Nordrhein-Westfalen zu mehr Verständnis für Europa bei und motivieren andere Akteure, sich europäisch zu engagieren.

Als Ausdruck der Wertschätzung und der weiteren Unterstützung des europäischen Engagements der Zivilgesellschaft in Nordrhein-Westfalen möchte die Landesregierung Ihnen daher die unbefristet geltende Auszeichnung 'Europaaktive Zivilgesellschaft' verleihen. Sie gehören zu den ersten zivilgesellschaftlichen Akteuren, die diese neugeschaffene Auszeichnung erhalten.“

Anlass zu dieser Auszeichnung war das von uns gemeinsam mit den Schülern und Lehrern der Bochumer Matthias-Claudius-Schule durchgeführte Projekt: Ich bin ein anderes Du, «Die Welt ist aber dem Menschen für die Liebe gegeben und nicht fürs Blutvergießen» Bogdan Kolesnik, kriegsvertriebene Jugendliche aus dem Donbass treffen Bochumer Schüler. Das herausgegebene Buch „Ich bin ein anderes Du“ kann in vielfältiger Form Anregung und Diskussionsgrundlage für junge Menschen sein, die sich um Konfliktbewältigung bemühen. Es wird Interessierten zur Verfügung gestellt.